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Marienverehrung im Mai

 Im Monat Mai erwacht in unseren Breiten die Natur, die Knospen springen auf, Blätter entfalten sich, Blüten gehen auf; die Fruchtbarkeit dringt durch, die Mutter Erde, die Mutter Natur zeigt, was in ihr steckt, was sie ins sich trägt: das Leben, das in uns allen pulst und schlägt, das keiner von uns sich selbst gegeben hat, das wir nur empfangen, weitergeben, hervorbringen, zeugen und gebären können. Ein Leben, das uns zum Staunen und Danken anregt, das uns erneut Lebensfreude schenkt und Zuversicht, dass das Leben gut ist und alles gut wird; obwohl in allem Blühen, in allem Leben die Vergänglichkeit sitzt, die Blumen verblühen, die Blätter welken und auch der Mensch vergeht. Der Mai zeigt uns das Leben in all seiner Pracht und Fülle  lässt aber die Frage offen, warum überhaupt etwas ist und blüht, ob unser Leben im Tod vergeht und worin der letzte Sinn von allem besteht!

Kein Wunder, dass der Wonnemonat Mai die besondere Zeit der Verehrung Mariens wurde! Durch ihre Bereitschaft, den Sohn Gottes im Heiligen Geist zu empfangen, zu gebären, zu erziehen, ist sie nicht nur Mutter Jesu, Mutter des Sohnes Gottes, sondern Mutter des neuen Lebens (der erneuerten Schöpfung) geworden. Denn durch seine Menschwerdung konnte nun der Schöpfer von allem in seine eigene Schöpfung kommen, um sie zu durchleben, zu durchlieben und zu durchleiden. Durch seine Auferstehung (Überwindung des Todes) hat er vornweg die ganze Schöpfung gerettet. Nach der Kälte der Gottesferne, nach dem Winter der Verlorenheit, nach dem Dunkel der Gottsuche, nach der Unfruchtbarkeit vermeintlicher Selbsterlösung  ist in und durch Maria der ewige Frühling angebrochen und der Sinn des Lebens für immer erblüht! So wie der Mai die ganze Blütenbracht und Lebenskraft der Schöpfung zum Vorschein bringt, so bringt Maria die ganze Selbstoffenbarung Gottes, seine Schöpfungsmacht, die Erlösung der Welt und Herrlichkeit des Himmels hervor. In ihr kommt die ganze Schöpfung zur äußersten Pracht und Entfaltung, geschieht das heilsgeschichtliche Paradox, dass das Geschöpf den Schöpfer hervorbringt, der Mai das ewige Leben! Wie es wunderschön im Marienlied (Gotteslob 530) zum Ausdruck kommt: Ein Staunen die Natur erfasst, dass du den Herrn geboren hast, den Herrn und Schöpfer aller Welt, der dich erschaffen und erlöst! Salopp gesagt: In Maria "blüht" uns was: die Liebe Gottes, das Reis aus der Wurzel Jesse, die Erlösung der Welt, das ewige Leben! Verständlich, dass die Poesie, Dichtung und Volksfrömmigkeit die Bedeutung Mariens im überbotenen Vergleich mit dem Mai manchmal auch überschwänglich zum Ausdruck bringt: Sie ist die Maienkönigin, selbst die schönste Rose, die reine Lilie, die Blume auf ewig grüner Au! Ja, Verliebte reden so und bringen und schenken sich Blumen!

Pfarrer i. R. Manfred Alt                               www.quellzeit.de

Bild: Meine Primizmadonna; Nachempfindung der Krumauer Madonna

 

 

   
 


Wegen der aktuellen Lage sind auch auf dem Glaubensforum alle Termine ausgesetzt!

 


 

Einladung zum Vortrag von Prof. Dr. Thomas Schimmel zum Thema: "Der Urknall und die Gottesfrage!" am Fr. 08. November 2019 um 19.00 Uhr

Siehe auch weitere Hinweise unter der Rubrik: Glaubensforum/Glaube im Gespräch